Wolfgang Looß: 5. Oktober 1928 - 24. September 2015

Wolfgang Looß begleitete den Verein seit der Gründung. Zunächst als einziger Zeitzeuge, der über die Verbrechen der sowjetischen Besatzungszeit berichten konnte, nutzte er viele Möglichkeiten, gegen das Vergessen aktiv zu sein. Ungeachtet seines hohen Alters trat er vor Schulklassen, in Diskussionsrunden und natürlich auch am authentischen Ort im Kaßbgerg-Gefängnis auf. Er wurde nicht müde zu mahnen. Sein treuester Begleiter war dabei der braune Holzkoffer, der ihm aus seiner Zeit in Workuta geblieben war. Zum 17. Juni sprach er hochbetagt zu Schlülern und Vertretern der Politik. Mit den Ergebnissen der bisherigen Aufarbeitung gab er sich selten zufrieden, er forderte stets mehr Auseinandersetzung. Er geriet als junger Mann in die Fänge der stalinistischen Willkür und war in mehr als zehn Lagern interniert. Seiner Jugend beraubt, konnte er im hohen Alter Aufmerksamkeit und Mitgefühl für sein Schicksal erfahren, dass er zu DDR-Zeiten geheim halten musste. Seine Beharrlichkeit soll für uns im Einsatz für eine Gedenkstätte beispielgebend sein.

Unser Mitgefühl gilt seiner ganzen Familie.