
Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus erinnern wir uns an die Zeit von Unfreiheit und Teilung. Auch für unseren Lern- und Gedenkort ist dieses Datum von zentraler Bedeutung, denn viele unserer Zeitzeuginnen und Zeitzeugen waren im damaligen Kaßberg-Gefängnis wegen sogenannter Republikflucht oder infolge von Ausreiseanträgen inhaftiert.
In der Nacht zum 13. August 1961 ließ das SED-Regime die Grenze zu West-Berlin abriegeln. Bewaffnete Kräfte sperrten Straßen und Grenzübergänge und errichteten erste Barrieren aus Stacheldraht. In den folgenden Jahren entstand daraus eine immer stärker ausgebaute und gesicherte Grenzanlage. Sie sollte die Bevölkerung der DDR vom Westen abschotten und Menschen daran hindern, das Land in Richtung Bundesrepublik zu verlassen. Damit war auch die letzte vergleichsweise gefahrlose Möglichkeit zur Flucht aus der DDR versperrt. Bereits 1952 hatte das SED-Regime die innerdeutsche Grenze abgeriegelt und zunehmend mit Stacheldraht, Sperranlagen und Minen gesichert. Über Berlin war die Flucht in den Westen jedoch bis zum August 1961 weiterhin möglich.
Mindestens 140 Menschen kamen zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer oder in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. In diesem Zeitraum scheiterten rund 75.000 Fluchtversuche und zehntausende Menschen wurden wegen versuchter Flucht zu Haftstrafen verurteilt. Die insgesamt rund 155 Kilometer lange Grenzanlage umschloss West-Berlin, durchschnitt die Stadt und trennte mehr als 28 Jahre lang Familien, Freunde und Nachbarn. Die Berliner Mauer wurde zum sichtbarsten Symbol der deutschen Teilung und der SED-Diktatur.

Unser Foto zeigt unseren Gedenkort in der Kaßbergstraße an der Außenmauer des ehemaligen Gefängnisses.
© Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.