Chemnitz 2025: Netzwerk will Auseinandersetzung mit Wismut-Erbe fortführen

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Mit einer Fachtagung und einem öffentlichen Podiumsgespräch im Staatsarchiv Chemnitz ist am Mittwoch das Veranstaltungsjahr des Wismut-Netzwerks Chemnitz, zu dem auch unser Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis gehört, zu Ende gegangen. Unter dem Titel „Ausblick 2035: Das Wismuterbe weitergedacht – Potenziale und Perspektiven“ diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Entscheider auf Stadt- und Landesebene den weiteren Umgang mit dem historischen und kulturellen Erbe des Bergbauunternehmens in der Region, in dem in der kommunistischen Zeit die Uranerzförderung für das sowjetische Atombombenprogramm zusammengefasst war.

Zuvor hatten sich Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliederinstitutionen des Netzwerks und externe Expertinnen und Experten mit Themen wie Grundlagenforschung, Vernetzung und Projektentwicklung, aber auch dem Wismuterbe als Teil des Legacy-Rahmenplans der Kulturhauptstadt auseinandergesetzt. In einem der Impulsstatements erinnerte unsere wissenschaftliche Leiterin Dr. Steffi Lehmann an die Repression, Haft und Todesurteile in Zusammenhang mit dem Uranerzbergbau in der Region. Das damalige Kaßberg-Gefängnis war in der SBZ und frühen DDR der zentrale Haftort für Beschuldigte in Zusammenhang mit der Wismut und bis 1989 Sitz der sogenannten Objektverwaltung Wismut der Staatssicherheit.

Zum Wismut-Netzwerk gehören das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Chemnitz, das Sächsische Staatsarchiv/Staatsarchiv Chemnitz, die Wismut Stiftung gGmbH, die Universitätsbibliothek Chemnitz, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) und Gästeführerin Edeltraud Höfer sowie unser Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis.

Unsere Gedenkstätte hatte sich im Kulturhauptstadtjahr mit zwei Veranstaltungen im Juni an der Reihe des Wismut-Netzwerks beteiligt. Der Historiker Dr. Rainer Karlsch informierte in einem Vortrag über die Rolle sowjetischer Geheimdienste in den frühen Jahren der Wismut. Außerdem gab es eine Zeitzeugenführung durch unseren Lernort mit Frieder Zimmermann. Der damalige Wismut-Bergarbeiter war im April 1987 wegen angeblicher „öffentlicher Herabwürdigung der staatlichen Ordnung“ im Kaßberg-Gefängnis inhaftiert worden, nachdem er einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt hatte.

Unsere Fotos – Bildnachweis: Dr. Neuwöhner/Staatsarchiv – zeigen verschiedene Eindrücke von der Abschlussveranstaltung.

Wir danken allen Netzwerk-Partnerinnen und -Partnern für die freundliche Zusammenarbeit.

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