Thomas Drescher wurde am 22.05.1967 in Hennigsdorf geboren.

Welchen Bezug hat der Zeitzeuge zum Kaßberg-Gefängnis?

Das Kaßberg-Gefängnis war seine letzte Haftstation, bevor er von hier aus im Rahmen des Häftlingsfreikaufs im Oktober 1989 aus der DDR in die Bundesrepublik entlassen wurde.

Kurzbiografie

Thomas Drescher besuchte die polytechnische Oberschule in Schildow (Brandenburg) und erlernte den Beruf eines Tischlers. Doch schon in der Schulzeit stieß er an die Grenzen seiner individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, da er sich nicht bevormunden lassen wollte und auch kritische Fragen stellte. Immer mehr festigte sich der Gedanke, die DDR zu verlassen.

Im Januar 1989 versuchte er mit einem Freund in Glienicke die Berliner Mauer zu überwinden. Ein erster Versuch am 24. Januar musste abgebrochen werden, bei einem zweiten Versuch wurden beide von einem Grenzsoldaten entdeckt und verhaftet. Die dreimonatige Untersuchungshaft verbrachten sie beide in Oranienburg. Das dortige Kreisgericht verurteilte den damals 21-jährigen Thomas Drescher wegen „ungesetzlichem Grenzübertritt in schwerem Fall“ zu 15 Monaten Haft.

Anschließend wurde er in den Strafvollzug Zeithain gebracht, wo er ohne ausreichende Schutzkleidung im VEB Rohrkombinat Stahl- und Walzwerk Riesa gefährliche Zwangsarbeit leisten musste. Nachdem er den Anwalt Wolfgang Vogel mit der Übernahme seines Mandats betraute und parallel aus dem Strafvollzug einen Ausreiseantrag stellte, wurde er im Oktober 1989 von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland freigekauft. Nach seiner Entlassung in die Bundesrepublik Deutschland zog er nach Westberlin und arbeitete als Tischler für die Caritas.

Heute unterstützt Thomas Drescher den Lernort als Zeitzeuge.

In unserer Dauerausstellung ist Thomas Drescher ein eigener biografischer Ausstellungsbereich mit Videointerview, Aktenauszügen und Exponaten gewidmet. Sie finden ihn im ersten Obergeschoss unseres Lernorts im früheren Hafttrakt.

Die Fotos zeigen Thomas Drescher im Porträt, bei der Museumsnacht im Gespräch mit Besuchern und Besucherinnen und beim Sächsischen Geschichtscamp 2025.

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