„Freiheitsaufgaben“ – Lesung und Gespräch mit Marko Martin

Wann

11. Juni 2026    
19:00

Wo

Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis
Kaßbergstr. 16c, Chemnitz, Sachsen, 09112

Veranstaltungstyp

Rechtsruck im Osten, Verzagtheit im Westen. Der Publizist Marko Martin sieht die deutsche Demokratie 35 Jahre nach der Einheit am Scheideweg: Stellen wir uns den Freiheitsaufgaben oder geben wir unsere Freiheit auf? In seinem 2025 veröffentlichten Buch „Freiheitsaufgaben“ formuliert er ein kompromissloses Plädoyer für die Freiheit. Mit Anleihen bei den großen europäischen Stimmen wie Manès Sperber, André Glucksmann, Adam Michnik oder Ralph Giordano untersucht er die Bedrohungen der Freiheit in Deutschland und Europa. Er formuliert einen mitreißenden Appell gegen die Lockrufe nach autokratischer Entmündigung und für eine kategorische Ablehnung der Mutlosigkeit.

Das Buch knüpft an Marko Martins Rede vor Bundespräsident Frank Walter Steinmeier im November 2024 zum 35. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der DDR an. Immer wieder flicht er biografische und persönliche Beobachtungen ein. Als gebürtiger Sachse, als Kriegsdienstverweigerer noch vor Mauerfall ausgereist, ist Marko Martin in Ost und West sozialisiert. Aus dieser besonderen Position hat er, als einer der wenigen, einen Blick für die Ausreden und Scheinheiligkeiten auf beiden Seiten.

Zugewandt und weltläufig ermutigt Marko Martin in seiner Streitschrift, das gesellschaftliche Verständnis von Freiheit zu überprüfen. Zu stark sei das Missverständnis vieler, diese bedeute automatisch Glück. Doch Freiheit heißt Verantwortung und ist nach Manés Sperber »die kategorische Ablehnung der Mutlosigkeit«.

An diesem Abend stellt Marko Martin seine Thesen vor und möchte mit dem Publikum darüber ins Gespräch kommen.

Marko Martin, geboren in Burgstädt, verließ 1989 die DDR und publiziert seit drei Jahrzehnten zu jüdischem Leben, Osteuropa sowie zu Fragen der Menschenrechte. Sein umfangreiches Werk wurde vielfach geehrt, zuletzt 2026 mit dem Werner-Schulz-Preis. Thomas Vogel (Vorsitzender der Initiative) würdigte dabei insbesondere seinen Einsatz für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und die osteuropäische Dissidenz.

Den Abend moderiert Dr. Ellen Thümmler, Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Fachbereichs Zeitgeschehen und Diskurs an der Volkshochschule Chemnitz.

Der Eintritt ist frei, Einlass ab 18.30 Uhr, Anmeldungen bitte per E-Mail an veranstaltungen@gedenkort-kassberg.de

Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. und der Volkshochschule Chemnitz.

Das Porträtbild oben zeigt Marko Martin. Foto: Anke Illing – mit freundlicher Genehmigung