„verschleppt, verbannt, verschwunden  –  Deutsche Kriegsjugend in Stalins Lagern und Gefängnissen“ - Lesung und Gespräch mit Grit Poppe

Wann

9. Juni 2026    
10:00

Wo

Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis
Kaßbergstr. 16c, Chemnitz, Sachsen, 09112

Veranstaltungstyp

Grit und Niklas Poppe berichten in ihrem neuen Buch von den Schicksalen Jugendlicher und junger Erwachsener, die in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der frühen DDR in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes NKWD/MGB gerieten. Es sind Hafterlebnisse Betroffener, die unschuldig und oft Jahre in einem sowjetischen Speziallager verbringen mussten und von dort aus in die Sowjetunion in den Gulag verschleppt wurden. Nicht wenige kamen in diesen Lagern um.

Bereits 1945 erfolgten in der SBZ die ersten Verhaftungen von Schülern durch den sowjetischen Geheimdienst. Auch das ehemalige Kaßberg-Gefängnis war eine Haftstation auf ihrem oft jahrelangen Leidensweg. Jugendliche, denen beispielsweise nach Waffenfunden oder durch ihre Teilnahme an Wehrertüchtigungslagern im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft in der Hitlerjugend vorgeworfen wurde, sich als sogenannte Werwölfe betätigt zu haben, kamen hier in Untersuchungshaft. Die Vernehmungen waren von körperlicher Gewalt und Einschüchterung geprägt, die Haftbedingungen menschenunwürdig. Viele Gefangene wurden vom Sowjetischen Militärtribunal Nr. 48240 in rechtsstaatswidrigen Schnellverfahren abgeurteilt. Es gab auch Todesurteile, die 1946 vollstreckt wurden.

Nach einer Überblicksführung durch den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis wird Grit Poppe die Erfahrungen der deutschen Kriegsjugend in Stalins Lagern und Gefängnissen vorstellen und historisch einordnen.

Das Bildungsangebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9.

Der Eintritt ist freiBeginn ab 10.00 Uhr, Anmeldungen bitte per E-Mail an bildung@gedenkort-kassberg.de

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.