Gedenkveranstaltung am 27. März 2019

Gemeinsam mit dem Verein der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten Chemnitz (VVN-BdA Chemnitz) gedenkt der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. am 27. März 2019 um 17.30 Uhr der „Hutholz-Opfer“ am Gedenkort an der Außenmauer des Kaßberg-Gefängnisses (Kaßbergstr. 12 in 09112 Chemnitz).

Nach dem Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 leiteten Gestapo und Justiz eine reichsweite Verfolgungsaktion gegen (potentielle) politische Gegner des NS-Regimes ein. Ab Ende 1944 befanden sich die Widerstandskämpfer Max Brand, Albert Hähnel, Albert Junghans, Walter Klippel, Kurt Krusche, Alfons Pech und Willy Reinl in Untersuchungshaft auf dem Kaßberg. Einigen Insassen gelang vom 5. auf den 6. März 1945 die Flucht aus der von einer Luftmine beschädigten Haftanstalt. Andere wie Albert Hähnel oder Max Brand durften – vor dem Hintergrund des Bombardements auf Chemnitz – das Gefängnis unter Maßgabe der freiwilligen Rückkehr vorerst verlassen, um bei Löscharbeiten zu helfen oder um nach Angehörigen zu sehen. Beiden war eine Flucht aus der Stadt nicht möglich, sei es aus gesundheitlichen Gründen (Max Brand) bzw. wegen der Androhung, die Familie käme in ein Konzentrationslager (Albert Hähnel). Bis zum 26. März wurden 14 entkommene Untersuchungshäftlinge gefasst. Als „Rückfällige“ wurden die sieben Widerstandskämpfer ausgesondert und von Gestapo-Beamten in der Nähe eines Waldstückes am Stadtrand von Chemnitz, dem Hutholz, am 27. März 1945 ermordet.

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