Nachfahrin von Haftinsasse der NS-Zeit besucht Dauerausstellung

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Gemeinsam mit unserem Zeitzeugen Rolf Kiesel und ihrem Ehemann David Kahl war Ende Dezember Christina Kahl, Urenkelin des ehemaligen Haftinsassen in der NS-Zeit Arthur Windisch, in unserem Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis zu Gast. In einem Rundgang besichtigten unsere Besucher den Lernort im früheren Hafttrakt B mit Dauerausstellung und den biografischen Ausstellungsbereich über Christina Kahls Urgroßvater im dritten Obergeschoss. Arthur Windisch, geboren 1891 in Seitenhain bei Rochlitz, war als Zeuge Jehovas verfolgt und zweimal im damaligen Kaßberg-Gefängnis inhaftiert worden. 1936/37 sperrten ihn die Nationalsozialisten wegen „illegaler Betätigung für die Ernsten Bibelforscher“ und Besitzes verbotener Schriften ein. Von Februar bis April 1945 kam er ein weiteres Mal auf den Kaßberg, da er weiterhin Kontakt mit anderen Zeugen Jehovas hatte und seinen Glauben praktizierte.

Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas hatte sich der nationalsozialistischen Ideologie verweigert. Ihre Angehörigen wurden deshalb verfolgt und mit Verschleppung ins Konzentrationslager bedroht. Später in der DDR wurden viele Zeugen Jehovas wegen Wehrdienstverweigerung inhaftiert, darunter Rolf Kiesel, der von Mai 1969 bis Februar 1971 auf dem Kaßberg in Haft war.

Das Foto zeigt Christina Kahl, David Kahl (r.) und Rolf Kiesel in unserem Lernort im biografischen Ausstellungsbereich über Arthur Windisch.

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