Presse- und Medienschau: Zeitzeugenpodium über den Freikauf Rumäniendeutscher

Der Freikauf Rumäniendeutscher aus der Ceaușescu-Diktatur war das Thema unseres Zeitzeugenpodiums am vergangenen Donnerstag in unserem Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis. Presse und Medien berichten über die gemeinsame Veranstaltung mit unserem Partner translations e.V. – Verein zur Förderung der Kultur und Demokratie Europas im Rahmen des offiziellen Programms der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025.

„Im heutigen Lern- und Gedenkort erinnern Zeitzeugen bei einem Projekt der Kulturhauptstadt an ein vielschichtiges Kapitel deutscher Geschichte: den Freikauf Zehntausender deutschstämmiger Menschen aus dem damals sozialistischen Rumänien“, schreibt unter dem Titel „Die anderen Sachsen“ (gemeint sind die aus Siebenbürgen, Beitrag kostenpflichtig) Reporter Frank Hommel in der Dienstagausgabe der Freien Presse Chemnitz. „Die Freikäufe begannen in den frühen 1960er-Jahren. Sie zogen sich über mehrere Jahrzehnte hin, bis zum Tod des Diktators 1989. Der Raum ist voll gefüllt, gebannt folgt das Publikum den Worten.“

Und weiter: „Man muss nicht selbst vom Schicksal Rumäniendeutscher betroffen sein, um bei den Erzählungen unwillkürlich eigene Erinnerungen und Eindrücke hervorzukramen. Von der Ankunft in einem Land, das gleichzeitig neue Heimat war und fremd. Das Freiheit verhieß – aber nicht immer sofort einlöste. Oder auf den ersten Blick.“

„Der Lern- und Gedenkort Kaßberg soll an das unmenschliche System des Häftlingsfreikaufs der DDR erinnern“, stellt Redakteur Sascha Deß in seinem Bericht für das Sachsen Fernsehen fest. „Mit dem Menschenhandel verschaffte sich das klamme Regime dringend benötigte Devisen. Die Bundesrepublik Deutschland kaufte allerdings auch aus anderen Ländern Häftlinge frei, zum Beispiel aus Rumänien.“

Zu Wort kommt neben unserem Projektpartner Peter Wellach und dem Präsidenten des Sächsischen Landtags, unserem Vorstandsmitglied Alexander Dierks, auch die Zeitzeugin Brigitte Depner. „Wir haben dreieinhalb Jahre auf die Ausreisegenehmigung gewartet“, erinnert sie sich. „Es waren schon widersprüchliche Gefühle, auf der einen Seite die Freude, dass es endlich so weit ist. Auf der anderen Seite hat man Leute zurückgelassen. Da hatte man ein bisschen schlechtes Gewissen und Schuldgefühle, ich gehe, und die bleiben.“

Auf MDR Kultur berichtete Landeskorrespondentin Grit Krause bereits vorab am Veranstaltungstag selbst. Im Interview spricht Peter Wellach, Vorstandsmitglied unseres Projektpartners translations e.V. und Kurator sowohl unserer Dauerausstellung als auch einer für Sommer nächsten Jahres geplanten Schau zum Freikauf Rumäniendeutscher, die nach der Premiere in unserem Lernort auf Tournee gehen soll.

„Das Thema war uns schon bei der Konzeption der Dauerausstellung auf dem Kaßberg wichtig, weil es noch einmal einen anderen Blick auf die Materie Freikauf wirft“, sagt er über die Gründe dafür, sich neben dem Häftlingsfreikauf aus der DDR auch mit diesem anderen Freikauf auseinanderzusetzen. „Es geht im Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis immer auch um die Frage, wie weit darf eine Demokratie gehen, um Freiheit für die Einzelnen herzustellen, und wo sind Werte und Funktionalität von Demokratie dadurch in Frage gestellt?“

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, der ein Grußwort gehalten und als Zeitzeuge selbst am Podium teilgenommen hatte, schreibt von einer „hoch spannenden Veranstaltung mit Podiumsdiskussion an historischer Städte zu einem historischen Thema“. Er postete auf Facebook verschiedene Fotos vom Abend.

Auch die Banater Post war bei der Veranstaltung dabei.

Unseren eigenen Bericht finden Sie hier, Presse- und Medienschauen über weitere Themen unseres Lern- und Gedenkorts lesen Sie, wenn Sie hier klicken.

Unsere Fotos zeigen oben die Ausgabe der Freie Presse sowie unten Zeitzeugin Brigitte Depner im Gespräch mit Sascha Deß und Lisa Wetzel vom Sachsen Fernsehen.

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert.

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