#recap

Wir blicken zurück auf vier weitere erfolgreiche Bildungsveranstaltungen in unserem Lern- und Gedenkort, bei denen junge Menschen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ins Gespräch kamen. Im Zentrum unserer historisch-politischen Bildungsarbeit stehen diejenigen Menschen, die im Kaßberg-Gefängnis aus politischen Gründen inhaftiert wurden. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ermöglichten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen tiefen, emotionalen und lebendigen Zugang zur Geschichte der politischen Haft und des Freikaufs.

Am 11. Juni war die Rotunde voll besetzt: Nach drei parallel stattfindenden Führungen für insgesamt 75 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 des Beruflichen Schulzentrums „Julius Weisbach“ für Technik und Wirtschaft Freiberg ging es in ein Zeitzeugengespräch mit Maic Petersohn. Petersohn wurde 1984 im Alter von 19 Jahren vom MfS verhaftet, weil er nach dem Vorbild des „Weißen Kreises“ Jena auf dem Rudolstädter Marktplatz für die Bewilligung der Ausreiseanträge seiner Freunde friedlich demonstrierte und dabei fünf Fotos anfertigte. Nach der Untersuchungshaft in Gera und dem Strafvollzug in Naumburg wurde er über das Kaßberg-Gefängnis freigekauft und durfte in die Bundesrepublik übersiedeln.

Am Dienstag besuchte uns eine Hochschulgruppe der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Leipzig. Die Studentinnen und Studenten interessierten sich für eine Überblicksführung zum Thema MfS-Untersuchungshaft und deutsch-deutscher Häftlingsfreikauf. Im Anschluss kamen sie mit unserer Zeitzeugin Petra Weise ins Gespräch, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch und dem Strafvollzug im Frauengefängnis Hoheneck schließlich im Hafttrakt B des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses auf ihren Freikauf in die Bundesrepublik wartete.

Am 18. sowie am 23. Juni leitete unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Kristina Hahn verschiedene Workshops zum Thema Erinnerungskultur mit Schülerinnen und Schülern. Während des Außenrundgangs und der Führung durch die Dauerausstellung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in das Konzept und die Entstehung des Lernorts. Anschließend setzten sich die Teilnehmenden des landesweiten Vernetzungstreffens von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (Netzwerk für Demokratie und Courage in Sachsen (NDC) intensiv mit der formalen und inhaltlichen Gestaltung des Lernorts auseinander und diskutierten Fragen zu den Themen und den Zielen der Gedenkstätte. Die Schülerinnen und Schüler des Lößnitzgymnasiums Radebeul erhielten wiederum einen ganzen Projekttag, der zusätzlich den Austausch mit Volkmar Zschocke, Gründungsmitglied des Trägervereins, beinhaltete.

© Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.

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