
Am 21. Mai 2026 besuchten mehr als 120 Soldatinnen und Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ aus Frankenberg unseren Lern- und Gedenkort, um hier ihren „Tag der Werte 2026“ zu gestalten. Für unser Team und die Guides war dieser Tag etwas Besonderes: Zeitgleich begleiteten wir sechs Gruppen durch die Dauerausstellung und informierten über die Geschichte des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses — über politische Verfolgung in zwei Diktaturen, über den deutsch-deutschen Häftlingsfreikauf und über die Frage, was Freiheit, Verantwortung und Demokratie heute bedeuten.
Besonders eindrucksvoll waren die Begegnungen mit unseren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Veronika Bahr, Petra Weise, André Fischer, Rolf Kiesel, Maic Petersohn und Andreas Neudert. Sie berichteten persönlich von ihrer politischen Inhaftierung im Kaßberg-Gefängnis — Erfahrungen, die berührten, die Vergangenheit nachvollziehbar machten und nachwirken. Den Abschluss des Tages bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Tom Thieme von der Hochschule der Sächsischen Polizei (Professur für gesellschaftspolitische Bildung) zum Thema „Sicherheitsbehörden im Visier von Extremisten“.




Die Veranstaltung war Teil der politischen und gesellschaftlichen Weiterbildung der Soldatinnen und Soldaten. Die Auseinandersetzung mit Geschichte, mit individuellen Lebenswegen und mit den Folgen politischer Unterdrückung spielt für die Bundeswehr eine wichtige Rolle, um nicht nur fachlich, sondern auch demokratisch und gesellschaftlich verantwortungsbewusst handeln. Dass unser Lern- und Gedenkort dafür ausgewählt wurde, verstehen wir als große Wertschätzung unserer Arbeit. Als Rückmeldung schrieb uns Hauptmann Susan Billing, Leiterin InfoA und Presseoffizierin: „Wir stehen ein für unsere freiheitlichen, demokratischen Werte. Wir stehen ein als Menschen für Menschen. Wir bedanken uns herzlich für die Eindrücke. Sie bleiben uns als bereichernde und bewegende Erfahrung in Erinnerung.“




Wir bedanken uns bei der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ für ihren Besuch, ihr außerordentliches Interesse an unserem Lernort und den damit verbundenen Schicksalen. Die hier gezeigten Fotos wurden uns von der Bundeswehr, fotografiert von Oberstabsgefreiter Glinker, freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Quelle: Bundeswehr/Glinker