Am 3. März 2026 zeichnete Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Staatskanzlei Dresden unsere Zeitzeugin Annemarie Krause mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. In dem Festakt wurde ihr jahrelanges Engagement als Zeitzeugin der Aufarbeitung stalinistischen Unrechts gewürdigt. Vor Ort gratulierten unsere wissenschaftliche Leiterin, Dr. Steffi Lehmann, der VOS-Landesvorsitzende Frank Nemetz und die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris, Annemarie Krause und ihrer Familie zu dieser besonderen Würdigung.
In unserem Lernort ist Annemarie Krause ein eigener biografischer Ausstellungsbereich mit Videointerview, Aktenauszügen und Exponaten gewidmet. Annemarie Krause wurde 1931 in Thum im Erzgebirge geboren. Dort verliebte sie sich in einen sowjetischen Besatzungssoldaten und bekam mit ihm ein Kind – eine verbotene Beziehung. Während das Paar Fluchtpläne hegte, wurde die 16-Jährige 1948 verhaftet, im Kaßberg-Gefängnis inhaftiert und von einem Sowjetischen Militärtribunal wegen „Beihilfe zur Fahnenflucht“ zu 25 Jahren Strafarbeitslager verurteilt. Ihre einjährige Tochter kam zu Verwandten. Annemarie Krause durchlief die sowjetischen Speziallager Bautzen und Sachsenhausen und kam 1950 ins Frauenzuchthaus Hoheneck. Nach ihrer Beteiligung am Hungerstreik im Oktober 1953 wurde sie am 20. Januar 1954 im Zuge einer Amnestie entlassen. Über Jahrzehnte setzte Annemarie sich als Zeitzeugin für die Aufarbeitung ein, nahm an Gedenkveranstaltungen teil und engagierte sich für die Eröffnung der Gedenkstätte Hoheneck.
Ein ausführliches Porträt von Annemarie Krause lesen Sie, wenn Sie hier klicken. Die Fotos zeigen Annemarie Krause und Ministerpräsident Michael Kretschmer bei der Veranstaltung in Dresden sowie mit Dr. Steffi Lehmann, Dr. Nancy Aris und Frank Nemetz.


© Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.