Zeitzeugin Renate Aris im Lern- und Gedenkort zu Gast

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Renate Aris, eine der letzten lebenden Holocaust-Überlebenden in Sachsen, hat vergangenen Freitag unseren Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis besucht. Begrüßt und durch die Dauerausstellung in unserem Lernort im früheren Hafttrakt B begleitet wurde unser Gast von unseren Vorstandsmitgliedern Veronika Brandt und Volkmar Zschocke und unserer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Kristina Hahn. Besonderes Interesse galt den Haftschicksalen aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Renate Aris ergänzte die historischen Erläuterungen immer wieder durch ihr persönliches Erleben, etwa zur Familie Jankel Rotsteins. Als aktives Mitglied der Jüdischen Gemeinde Chemnitz wusste sie besonders viel über Sigmund Rotstein zu berichten, den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Karl-Marx-Stadt/Chemnitz.

Mit eindringlicher Klarheit warb Renate Aris dafür, das Erinnern nicht nur auf die Gedenktage zu beschränken. Gerade Schülerinnen und Schüler sollten frühzeitig und umfassend für die neuen Gefahren durch die braune Ideologie sensibilisiert werden. So etwas Schlimmes wie in den Jahren vor 1945 dürfe niemals wieder geschehen.

Renate Aris, die 1935 in Dresden geboren wurde, ist eine von nur 41 Jüdinnen und Juden, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Dresden noch am Leben waren. Ihre Kindheit war geprägt von ständiger Angst, Ausgrenzung, Flucht und dem Verlust vieler Angehöriger. Seit Jahrzehnten engagiert sich Renate Aris als Zeitzeugin – in Schulen, Gedenkstätten und bei Veranstaltungen. Ihr freundliches, aber unnachgiebiges Plädoyer für Menschlichkeit, Aufklärung und Zivilcourage ist hochaktuell.

Unsere Bilder, fotografiert von Kristina Hahn, zeigen Renate Aris mit Veronika Brandt und Volkmar Zschocke beim Rundgang durch unsere Dauerausstellung.

Ein längeres Interview mit Renate Aris finden Sie hier (zur Mitte scrollen).

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