#recap

Als zentraler Abwicklungsort des deutsch-deutschen Häftlingsfreikaufs liegt unser Fokus auf der Freikaufhaft im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis. Darüber hinaus bieten wir auch Führungen und Workshops zur doppelten Diktaturgeschichte des Haftortes an. So befassten sich in der zurückliegenden Woche Schülerinnen und Schüler von der Oberschule „Am Körnerplatz“ Chemnitz intensiv mit den Haftschicksalen auf dem Kaßberg aus der Zeit des Nationalsozialismus und gestalteten individuelle Plakate.

Mit unseren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen kamen am Mittwoch 50 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 ins Gespräch. Petra Weise, die im Juli 1981 freigekauft und über den Kaßberg in die Bundesrepublik entlassen wurde, berichtete Zehntklässlern der Pestalozzi Oberschule Hartha aus ihrer Biografie und beantwortete deren interessierte Fragen. Parallel dazu erhielten Schülerinnen und Schüler des Chemnitzer Schulmodells eine Überblicksführung durch die Dauerausstellung und sprachen mit Hartmut Leimcke, der nach einem gescheiterten Fluchtversuch als 17-Jähriger von April bis Mai 1970 in der Untersuchungshaftanstalt auf dem Kaßberg inhaftiert war.

Am Donnerstag besuchten uns Jugendliche aus Leipzig, die momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten und vom Herbie e.V. betreut werden. Unser Guide Hans-Christian Lippmann informierte sie über die doppelte Diktaturgeschichte des einstigen politischen Haftorts, den Häftlingsfreikauf aus der DDR und die Gedenkstättenkonzeption. Die Gruppe wurde von zwei Gebärdensprachendolmetschern begleitet.

Unsere Fotos zeigen Zeitzeugin Petra Weise und Zeitzeuge Hartmut Leimcke sowie unsere wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Kristina Hahn und Ariane Zabel und Guide Hans-Christian Lippmann bei den Führungen.

© Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.

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