+++Achtung, Verschiebung!+++ Ein Schicksal aus Olbernhau

Update: Das für Freitag, 23. September 2022 angekündigte Podiumsgespräch über Hermann Flade im Saal des Kulturkaufhauses Tietz in Chemnitz entfällt. Die Veranstaltung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Weitere Informationen und den neuen Termin geben wir rechtzeitig bekannt.

„In den fünfziger und sechziger Jahren war der Name Hermann Flade in der Bundesrepublik weithin bekannt, nicht zuletzt durch eine Serie von Beiträgen im ,Stern‘, die nach seiner Haftentlassung aus der DDR entstand. Heute aber dürfte kaum noch jemand Flade kennen. Vielleicht kann Karin König mit ihrer Biographie daran etwas ändern.“ (FAZ)

Gemeinsam mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der Volkshochschule Chemnitz lädt unser Verein für Freitag, den 23. September 2022, 19 Uhr zum Podiumsgespräch „Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben“ über Hermann Flade in den Saal des Kulturkaufhauses Tietz in Chemnitz, Moritzstraße 20, 3. OG ein. Der Olbernhauer Gymnasiast Hermann Flade protestierte im Oktober 1950 mit Flugblättern in seiner Heimatstadt gegen die erste Volkskammerwahl in der DDR, weil nur eine Einheitsliste „wählbar“ war. Der Schüler sah die Errichtung einer Demokratie in der damals noch jungen DDR in Gefahr, befürchtete stattdessen die Schaffung einer Diktatur. Als eine Zivilstreife versuchte, ihn festzunehmen, setzte sich der Jugendliche mit einem Taschenmesser zur Wehr und verletzte einen Polizisten leicht. Hermann Flade wurde verhaftet und in einem Schauprozess des Landgerichts Dresden zum Tode verurteilt. Das Todesurteil gegen den 18-Jährigen provozierte wütende Proteste in der Bundesrepublik, entsetzte aber auch Jugendliche im Erzgebirge, in Sachsen und der gesamten DDR. Es wurde daraufhin in eine Haftstrafe umgewandelt. Heute ist die einstige Symbolfigur für den Widerstand gegen die kommunistische Diktatur weitgehend vergessen. Dem Erinnerungsverlust stellt Dr. Karin König ihre 2020 im Lukas Verlag Berlin erschienene Biografie entgegen.

Im Gespräch mit Sven Riesel, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, erläutert Dr. Karin König die Motivation des Schülers, die Folgen des Urteils und der langjährigen Haft für ihn und seine Familie sowie sein zweites Leben in der Bundesrepublik nach der Haftentlassung. Erörtert werden sollen aber auch die Recherchen und Quellen der Autorin sowie die Bedeutung von Hermann Flades Schicksal innerhalb der deutschen Erinnerungskultur und für die Region.

Anmeldung erbeten online bei der Volkshochschule Chemnitz, beim Verein unter Telefon (0371) 38 24 854 oder per E-Mail an info@gedenkort-kassberg.de. Auch bei der Stiftung besteht die Möglichkeit, sich anzumelden, und zwar unter veranstaltungen@stsg.de. Der Eintritt ist frei.


Das Buch „,Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben.‘ Hermann Flade – Eine Biografie“ von Dr. Karin König ist 2020 im Lukas Verlag Berlin erschienen, hat 200 Seiten und kostet 19,80 Euro. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Verlags.

Das Porträtfoto oben zeigt Hermann Flade (Bildquelle: Autorin/Privatsammlung Christine Hunger), die Abbildung links das Cover des Buchs mit einem Foto Hermann Flades (Mitte) mit seinen Eltern nach der Ankunft in der Bundesrepublik.


Eine gemeinsame Veranstaltung des Lern- und Gedenkorts Kaßberg-Gefängnis e.V. mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der Volkshochschule Chemnitz

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